Kleines Lexikon
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| Begriff | Definition |
|---|---|
| Ethik |
Ist die Theorie der Moral |
| Fahnenjunker |
"Junker" (von Junger Herr) hießen die Söhne der Edelleute auf de väterlichen Gütern. Man hielt diese Bezeichnung für sie bei, wenn sie ins Heer traten, um zu Offizieren ausgebildet zu werden. Da man ihnen als besondere Auszeichnung das Recht gab, die Fahne zu tragen - nur adligen Händen glaubten die Könige dieses Heiligtum der Soldaten anvertrauen zu dürfen -, so kam daneben auch die Bezeichnung "Fahnenjunker" für den Offizieranwärter der Infanterie auf. Bei der Kavallerie, die statt Fahnen Sandarten führte, hießen sie "Standartenjunker", bei der fahnen- und standartenlosen Artillerie "Stückjunker". Schon in Friedenszeiten war es für die oft noch knabenhaften Fahnenjunker nicht leicht, die schwere Fahne festzuhalten. Alles wurde daran gesetzt, sie nicht sinken zu lassen, das wäre eine Beleidigung der Ehre des Regiments gewesen. Die Kriegsgeschichte kennt zahlreiche Beispiele, wo solche Jünglinge mit der Fahne in der Hand gefallen sind oder die Fahne kurz vor der Kriegsgefangenschaft durch Abreißen des Tuches von der Stange gerettet haben. Mit der Reorganisation des preußischen Heeres nach dem unglücklich verlaufenen Kriege von 1806 verschwand mit vielen anderen Überlieferungen auch die amtliche Bezeichnung "Junker". Für junge Leute, die mit der Aussicht auf Beförderung zum Offizier dienten, blieb sie gebräuchlich. Scharnhorsts Umgestaltungen setzten als Mindestalter für den Eintritt in das Heer das vollendete 17.Lebensjahr sowie ein gewisses Maß an Kenntnissen fest. Kaiser Wilhelm II. führte 1899 statt der unschönen Bezeichnung "Offzieraspirant" und "Avantageur" die des Fahnenjunkers für den Offizieranwärter wieder ein. Die Wehrmacht benannte ihre Offizieranwärter in Heer und Luftwaffe mit der Sammelbezeichnung Fahnenjunker, zu der jeweils der Dienstgrad hinzugesetzt wurde: Fahnenjunker-Unteroffizier etc. In der Waffen-SS wurden ab 1937 die Führerschulen in "Junkerschulen" und die Führeranwärter in "Junker" umbenannt". Die Bundeswehr hat für Heer und Luftwaffe die Bezeichnung "Fahnenjunker" für die im Rang eines Unteroffiziers stehenden Offizieranwärter von der Wehrmacht übernommen. |
| Fähnrich |
Fähnrich heißt eigentlich "Fahnenträger" Bei den Landsknechten trug der Fähnrich (Fenrich, Fendrich), der ein stattlicher, im Kampf erprobter Mann sein mußte, die Fahne, die ihm "als eine Braut und leibliche Tochter" anvertraut war und für die mit Ehre und Leben haftete. Solange das "Fähnlein fleucht und in Stück an der Stangen ist", sollen die Kriegsleute dem Fähnrich in den Tod folgen, "bis alles über einen Haufen auf der Walstatt lieget". In den Kriegsliedern des 16. und 17.Jahrhunderts spielt der Fähnrich folgerichtig eine große Rolle. Im altpreußischen Heere gehörten die Fähnriche zu den Offizieren. Bei den Kürrasieren und Husaren hießen sie "Kornett". Füsiliere, Artillerie und Jäger hatten keine Fähnriche, da sie im Kampf keine Fahne führten. Als nach 1807 Unteroffiziere zu Fahnenträgern bestimmt wurden, fiel der Offizierdienstgrad Fähnrich weg und alle Fähnriche wurden zu Leutnanten befördert. In der Marine wurde der "Fähnrich zur See" in den Jahren 1854 bis 1858 durch Umbenennung des vorigen "Seekadetten 1. Klasse" eingeführt. Wehrmacht und Bundeswehr haben den Dienstgrad Fähnrich für Offizieranwärter beibehalten und zusätzlich den "Oberfähnrich" eingeführt, der gesellschaftlich den Offizieren, dienstlich den Feldwebeln zuzuordnen ist. |









